| PRESSE
PFERDE REGIONAL 10-2010CpE auf der 18. Eurocheval in Offenburg
Die
Züchterkooperation CpE, Criollos para Europa, stellte bei der 18.
Eurocheval einen neuen Criollozuchthengst aus Südamerika vor. Der in der
Westernreitweise ausgebildete Engaño Caraguatá wurde von Pferdetrainer
Ernst-Peter Frey auf der Pferdemesse in Offenburg dem Publikum
präsentiert.
Unten rechts: Criollohengst EnganoCaraguata & Ernst-Peter Frey Fotografie & Text: CAROLA LENSKI ________________________________________________________________________________
Ins Leben gerufen hat die
Dreiländerkooperation Schweiz-Uruguay-Deutschland der Schweizer Criollozüchter Alexander Lüchinger. Der Schweizer Züchter hat auch die
Interessengemeinschaft (IG) Criollo-Schweiz (www.criollo-schweiz.ch)
gegründet. CpE steht für Criollos para Europa und heißt übersetzt
Criollos für Europa (www.criollo-europa.com). Neben Alexander Lüchinger
gehören Juan Montans aus Uruguay/Südamerika und Bernhard Rudolf aus
Grafenhausen/Deutschland dem Züchterzusammenschluss an. Montans ist seit
1996 im Präsidium des Criollo Zuchtverbandes von Uruguay (SCCCU) und
züchtet in Montevideo auf seiner Cabaña El Chiripa reinrassige Criollos.
Bernard Rudolf züchtet in Grafenhausen auf seinem Gestüt La Cimarrona
ebenfalls reinrassige Criollos. Er ist Geschäftsführer der CRIOLLA GmbH
& Co. KG, die Naturkosmetikprodukte aus Stutenmilch herstellt. Das
gemeinsame Ziel der Criollozüchter ist es, den rein gezogenen Criollo,
das Arbeitspferd der Gauchos - der Rinderhirten Südamerikas - auf lange
Sicht in Europa zu etablieren.
Zuchthengst
Engaño Caraguatá wurde im Mai 2010 aus Südamerika per Flugzeug nach
Europa importiert. Der gateado-farbene Hengst stammt aus der Zucht von
Juan Montans und steht im deutschen Gestüt La Cimarrona auf dem
Schlüchtseehof in Grafenhausen zum Deckeinsatz bereit. Er hat bereits
zwei Messen in Uruguay als Gran Campeon aller teilnehmenden Pferde
absolviert. Auch unter seinem brasilianischen Trainer, der ihn im
Westernstil ausgebildet hat, zeigte er - nach Aussage der Züchter -
bereits beste Ansätze. Sein Vater Encerado do Itapororo ist ein
brasilianischer Hengst mit 75 % chilenischem Blut und ein Sohn des
bekannten chilenischen Hengstes Las Hortensias Rigolemu. Dieser wiederum
ist Vater von vielen Gran Campeones und Finalisten des Freno de Oro in
Brasilien. Engaño Caraguatás Mutter Encorada Caraguatá stammt ebenfalls
aus der Zucht von Juan Montans. Die Stute ist eine Tochter von Amigazo
Tabaco Rubio, der selbst Reservado Gran Campeon der Junghengste war. Von
ihm stammen wichtige Zuchtstuten, wie Camelia Caraguatá ab, die Gran
Campeona bei der Expo Otono 2008 in Montevideo war. Zwei
Wochen nach der Ankunft des Hengstes in Europa übernahm der bekannte
Pferdetrainer Ernst-Peter Frey die weitere Ausbildung des Pferdes,
anfänglich in Grafenhausen, dann im Trainingstall Middle Mountain Ranch
in Böttingen (www.middlemountainranch.de), wo Frey seit 2010 Pferde
ausbildet und vom Reitstil unabhängigen Basisunterricht sowie Unterricht
in der Bodenarbeit anbietet. Frey legt bei seiner Pferdeausbildung und
der Ausbildung seiner Reitschüler Wert auf eine korrekte Körpersprache
mit dem Pferd, die der Förderung von Respekt und Vertrauen dient, sowie
auf gymnastizierende Übungen am Boden, die unabdingbare Voraussetzung
für eine korrekte Versammlung des Pferdes sind. Er lehrt die
spanisch-kalifornische und die spanische Reitweise. Dabei wird auch die
Psychologie des Pferdes berücksichtigt.
CpE-Criollohengst Engaño Caraguatá wurde
von Ernst-Peter Frey bei der Eurocheval zum ersten Mal dem Publikum
vorgestellt. Gezäumt war der Hengst bei den Reitvorführungen mit Bosal.
Die Vorführungen Ernst-Peter Freys stießen beim Publikum, das am Ende
jeweils begeistert applaudierte, auf großes Interesse. Ernst-Peter Frey
Erfolge 1979 Deutscher Vizetrekkingmeister 1995 Baden-württembergischer Landesmeister im Reining 1996 Deutscher Mannschaftsmeister Westernreiten EWU Viele Titel und Platzierungen in allen EWU Disziplinen bis zum Jahr 2000 Infos www.ernst-peter-frey.com www.middlemountainranch.de Mobiltelefon: +49 (0)15127059528 e-Mail: ernst.peter.frey@web.de
 | PFERDE REGIONAL 11-2010 Funny Fun Equitation
1. Fun Equitation in Deutschland - Begegnung mit Reitsport anderer Art im Hegau
Fotografie & Text: CAROLA LENSKI ________________________________________________________________________________
Über
vierzig Reiter fanden sich am letzten August-Wochenende mit ihren
Pferden an der Schweizer Grenze bei den Criollozüchtern Anja Voigt und
Heiko Martin in Gailingen am Hochrhein ein. Ob Reiter des klassischen
Reitstils, Westernreiter, Freizeitreiter, ob groß oder klein, alt oder
jung, keiner wollte sich die erste Fun Equitation Veranstaltung zwischen
Bodensee und den Rheinfällen
bei Schaffhausen entgehen lassen. Ins Leben gerufen wurde die
Deutsch-Schweizer Reitsport-Veranstaltung von den deutschen
Criollozüchtern Anja Voigt und Heiko Martin aus Gailingen, Sabine Burger
und Jürgen Hagmann aus Mengen-Beuren in Kooperation mit Criollozüchter
Jürg Rauber aus Marthalen in der Schweiz. Der Schweizer Pferdezüchter
importierte 2008 den ersten reinrassigen Criollohengst in die Schweiz.
Der braune reinrassige Criollohengst Quelen Taquillero stammt von der
Estancia La Quebrade in Uruguay. Die Fun Equitation, die vom 28. bis 29.
August ausgerichtet wurde, war die erste Veranstaltung dieser Art in
Deutschland. „So etwas habe ich noch nie gesehen, das ist ja toll“ oder
„hervorragende Organisation und ein abwechslungsreicher, spannender
Geländeparcours“, so und ähnlich lauteten Kommentare aus den Reihen von
Reitern und Zuschauern, die aus Deutschland, der Schweiz und Österreich
angereist waren. Wie der Name Fun Equitation bereits sagt, steht hier
der Spaß für Reiter und Pferd im Vordergrund. Die Basis der Fun
Equitation ist die Working Equitation. Wie bei dieser, müssen auch bei
der Fun Equitation im weitläufigen Geländeparcours Hindernisse bewältigt
werden, mit denen Arbeitsreiter bei Ihrer täglichen Hütearbeit immer
wieder konfrontiert werden. Dazu gehören - um
nur einige zu nennen - das Öffnen von Toren, über polternde Holzbrücken
zu reiten und enge Durchgänge in Wald oder Gebüsch zu passieren. Ein
Geschicklichkeitsparcours auf dem Reitplatz gehört ebenso dazu. Bei der
Fun Equitation fallen gegenüber der Working Equitation Dressur und
Rinderarbeit weg. Anstelle davon werden neben natürlichen noch weitere
kreative Hindernisse hinzugefügt, wobei Reiter und Pferde, ihre
Geschicklichkeit unter Beweis stellen können. Zur Teilnahme zugelassen
sind in der Fun Equitation alle Reitstile und Pferderassen. Die Reiter
sollten aber sattelfest sein. Die Fun Equitation richtet sich vor allem
an Freizeitreiter, die einfach Spaß mit ihren Pferden haben möchten und
einen fairen Umgang mit ihren Freizeitpartnern, den Pferden bevorzugen.
Ein Tonnenrennen nach südamerikanischen Richtlinien rundete die
reitsportliche Veranstaltung im Hegau temporeich ab.
Achterbahnen, Tipis und essbare Wegbeläge
Der
Samstagvormittag begann mit dem Geländeparcours, dessen Verlauf fest
gelegt war. Der Wettkampf startete mit dem Öffnen eines Tores. Dadurch
gelangte man auf die ausgedehnte  Geländestrecke.
Nun kam der Ball ins Rollen. Auf einer Holzkonstruktion, die weitläufig
ein wenig an Achterbahnschienen erinnerte, sollte eine große hellblaue
Gummikugel bis ans Ende des Holzschienenstranges gerollt werden, wo sie
dann hüpfend zu Boden fiel. Gleich dahinter wartete das Tipi auf Ross
und Reiter. Hier mussten die Holzstangen der Tipi-Konstruktion umritten
werden, ohne die Glöckchen, die sich wie ein Geflecht um das
Zeltstangen-Gefüge legten, zu berühren und zum Läuten zu bringen.
Bimmelten sie, gab es Strafpunkte. Ein schmaler Holzsteg mit Geländer
erforderte danach Konzentration von Pferd und Reiter. Nach dem Sprung
über einen Baumstamm ging es auf die Galoppstrecke. An deren Ende befand
sich eine weitere Brücke, breiter als die erste aber ohne Geländer.
Wieder diesseits des Baches angelangt,  wartete eine auf den ersten Blick
eher unscheinbare kurze Wegstrecke, begrenzt durch Betonrandsteine. Der
„Straßenbelag“ des Pfades hatte es allerdings in sich. Holzschnitzel
wechseln sich ab mit Sand, grobem sowie feinem Kies und Stroh. Der Clou
dabei: die Mitte des Weges war mit verlockenden Äpfeln gespickt. Hatte
man das appetitliche Hindernis passiert, ging es weiter im Galopp ins
„Dschungelcamp“, einem schmalen holprigen Durchgang, der durch dichtes
Geäst erneut zu einer Brücke führte, nun breit und wellenförmig
geschwungen. Weiter ging der Weg durch einen dunklen Tunnel bis zum
Holzhammer-Hindernis, das eine Wendung des Pferdes erforderte. Der
Reitplatz war die nächste Station. Mit einer Schöpfkelle musste ein
Fußball aus einem Eimer gefischt werden, um anschließend damit mehrere
Tonnen zu umrunden. War dies geschafft, wartete die Wasserspritze auf
Ross und Reiter, ein Vorgeschmack auf das letzte Hindernis, den in
Schilfgras  eingebetteten Wassergraben. Ein feuchtes Vorhaben für so
manches Reiterpaar. Die Glocke auf der anderen Seite des kleinen Baches
war das finale Ziel des Geländeparcours. Ertönte ihr Glockenklang, hatte
das Reiterduo den Parcours beendet. Geritten wurde auf Zeit. Meisterte
man ein Hindernis nicht oder unkorrekt, so gab es je nach
Schwierigkeitsgrad Zeitabzüge von fünf bis maximal dreißig Sekunden. Per Losverfahren ins K.O.-System Geschwindigkeit
und Wendungen waren beim Barrel Race, das nach südamerikanischen
Richtlinien ausgetragen wurde, am Samstagnachmittag gefragt. Per
Losverfahren wurde die Startreihenfolge ausgelost und die jeweiligen
Gegner bestimmt. Zwei Reiter starteten gleichzeitig. Sechs Tonnen mussten ohne Fehler umrundet werden. Wer als erster die Ziellinie überquerte hatte gewonnen und kam in die nächste Runde. Die schnellsten vier Jugendlichen und zehn Erwachsenen qualifizierten sich fürs Finale am Sonntag.
Geprägt von einem unterhaltsamen Programm
für Jung und Alt war der Spätnachmittag des Sonntags. Anja Voigt und
Team Daniela Erbslöh, Annika Tag und Anika Görgen zeigten mit vier
Criollos, alle in verschiedenen Farben, Gelassenheitsvorführungen mit
bunten Bändern und Tüchern. Die in Südamerika als Arbeitspferde
gezüchteten
Criollos sind extrem nervenstarke und ausdauernde Pferde und werden bei
Anja Voigt und Heiko Martin auch als Wanderreit- und Therapiepferde
eingesetzt. Anschließend präsentierte die Hegauer Criollozüchterin ihren
Zuchthengst Calfiao Chingolo im Pas de Deux mit Sabine Burger vom
HS-Corral in Mengen-Beuren, die den schwarzen Zuchthengst des HS-Corral,
Negro Nostalgioso ritt. Roswitha Zink und Dorothea Gansterer von
e.motion führten mit ihren beiden Criollos El bueña Felicita und Sorita
Féh eine bemerkenswerte Demonstration zum Thema Horsemanship vor. Der
Wiener Verein e.motion bietet Therapie mit Pferden. Schwerpunkt ist hauptsächlich die körpersprachliche Interaktion zwischen traumatisierten
oder schwer kranken Kindern und gut ausgebildeten Therapiepferden. Den
Abschluss des Showprogramms bildete die auf dem Reitplatz frei laufende
bunte Criolloherde des Hegauer Gestüts.
Eine
atemberaubende Feuershow zeigten die Mönche der mittelalterlichen
Fraktion Fraternitas Nigra mit ihrem Feuerspektakel am Samstagabend. Die
Live Music Band Scotch on the Rocks sorgte mit internationalen Hits für
Stimmung und Tanzlaune.
Rein in den Rhein
Mit
strahlendem Sonnenschein und azurblauem Himmel kündigte sich der
Sonntagvormittag an. Um 7:30 Uhr machten sich zwei Reitergruppen auf zum
Rhein-Ritt. Rein in den Rhein ging es an der Grenze zur Schweiz, eine willkommene Abkühlung an diesem relativ warmen Sommertag. Holzrücker und Fuhrmann Uwe Link aus Neufra-Freudenweiler eröffnete mit seiner immer wieder neu beeindruckenden Holzrückevorführung das Showprogramm. Er führte dem Publikum beeindruckend vor
Augen, dass ein Holzrücker und Fuhrmann in Sachen Pferdeverstand,
Pferdesprache und Pferdeausbildung all das und vielleicht noch mehr
verstehen und können muss, was beispielsweise Pferdeflüsterer Monty
Roberts so berühmt machte. Mit dem Eintreffen der Rheinreiter, trafen
auch die Rauhenbergmusikanten zum Frühschoppenkonzert ein. Während auf der Terrasse des Criollogestüts
bereits das Mittagessen gebrutzelt wurde betrachteten Besucher, in
originale Gauchotracht gekleidet, lässig das Geschehen auf dem
Reitplatz, auf dem nun ein Geschicklichkeitsparcours abgehalten wurde.
Im Gegensatz zum Geländeparcours, bei dem es um Zeit ging, zählten hier
nur die Punkte, die vom Reiter innerhalb einer vorgegebenen Zeit von 2,5
Minuten gesammelt werden
konnten. Die Reiter hatten die Qual der Wahl, für welche Hindernisse
sie sich entschieden. Schwierig zu bewältigende Hindernisse brachten
eine höhere Punktzahl ein. Ein
Hindernis durfte zweimal absolviert werden, aber nicht direkt
hintereinander. Nur wenn Aufgaben korrekt durchgeführt wurden, gab es
Punkte. Zu den Hindernissen zählten beispielsweise Büchsenwerfen, das
Durchreiten eines Streifenvorhangs und das Wegschlagen eines Balles mit
einem Schläger. Am Nachmittag
wurden die Sieger im Barrel Race ermittelt. Nochmals mussten die
schnellsten Reiter in der finalen Endrunde gegeneinander antreten. Die
Siegerehrung und Preisvergabe fand im Anschluss statt. Danach demonstrierte Uwe Link dem zahlreich erschienenen Publikum ein weiteres Mal seine eindrucksvolle Vorführung
mit Holzrücke- und Fahrpferd Flecki. Viele Zuschauer waren auch aus der
Schweiz gekommen, um den Holzrücker und Fuhrmann mit seinem Pferd in
Aktion zu sehen. Die aufmerksamen Betrachter zeigten sich überzeugt von
seiner Präsentation, was Begeisterung, Lob und kräftiger Beifall
bewiesen.
Eine
Fortsetzung wird die Fun Equitation bei den Criollos im Hegau im
nächsten Jahr finden. Noch verbessern, möchte man, laut Anja Voigt, im
kommenden Jahr auf jeden Fall das Reglement beziehungsweise die
Bewertungskriterien schwerpunktmäßig für den Bereich Harmonie zwischen
Reiter und Pferd. Criollo-Zuchthengste
Der
bayo-overo farbene Calfiao Chingolo wird heuer zwanzig und stammt von
einer Estanzia in Argentinien. 2003 kam er nach Gailingen. Negro
Nostalgioso, ein prächtiger Rappe mit weißer Blesse und vier weißen
Stiefeln, wurde 1996 in Deutschland geboren. Er war 2001 Prüfsieger bei
der Körung und Hengstleistungsprüfung in München-Riem. Beide Hengste
wurden von Pferdetrainer Holger Jöst ausgebildet und trainiert. Einige
Nachwuchspferde beider Hengste waren im Fun Equitation-Wettbewerb sowie
in der Show zu sehen.
Platzierungen Fun Equitation
Erwachsene: 1.
Christian Bareiss; 2. Sabine Burger; 3. Conny Gutermann; 4. Roland
Gutermann; 5. Inge Haag; 6. Doris Mayer; 7. Kerstin Schweizer; 8. Andrea
Stefanonie; 9. Nadine Arzethauser; 10. Claudia Dirlewanger, Tanja
Ziegler, Dorothea Gansterer; 11. Margot Reck; 12. Corina Glenk; 13. Nora
Winzeler; 14. Andrea Bortoloso; 15. Alfred Pantoo; 16. Tina Zakova; 17.
Claudia Eng, Bettina Toggenburger, Markus Bolli; 18. Katharina Erny;
19. Sarah Herpich; 20. Hans-Peter Peyer; 21. Nicci Wittmer; 22. Monika
Peyer; 23. Antje Krizankowski.
Jugendliche:
1.Miriam
Mink; 2. Chantal Gutermann; 3. Joelle Gansser, Sarah Schell, Jelena
Rauber; 4. Anna Burger; 5. Lara Di Pierro, Nina Reck; 6. Lisa Reck; 7.
Annika Reck; 8. Lena Hengstler; 9. Kim Zakova; 10. Alessandra Möckli. Platzierungen Barrel Race Erwachsene: 1. Bettina Toggenburger; 2. Tina Zakova; 3. Andrea Bortoloso; Jugendliche: 1. Lisa Reck; 2. Jelena Rauber; 3. Nina Reck.
 Infos Fun Equitation & Criollos
Jürg Rauber CH-8460 Marthalen Telefon: 0041 (0)52 319 14 45 Mobil: 0041 (0)79 431 06 17 eMail: juerg.rauber@bluewin.ch www.criollo-schweiz.ch
Criollos im Hegau Anja Voigt & Heiko Martin D-78262 Gailingen am Hochrhein Telefon: 07734-919 979 Mobil: 0173-1871 777 eMail: anja.voigt@gmx.net www.criollos-im-hegau.de
HS-Corral Jürgen Hagmann & Sabine Burger D-88512 Mengen-Beuren Telefon: 07572-711771 Mobil: 0151-155 553 03 eMail: info@hs-corral.de Website: www.hs-corral.de |
Gauchos & Gardians:
Criollo trifft Camarguais 212.-13. Juni 2010 - Süddeutschland
CAROLA LENSKI Text & Fotografie
Ein spannendes
Kräftemessen der bunten südamerikani- schen Criollopferde gegen die weißen
Pferde der Camargue fand am 12. und 13. Juni im Centre Equestre
Traditionnel „Le Camarguais“ von Jean Pierre Godest und Hedi
Sackenreuther in Horb-Nordstetten statt. Zum zweiten Mal trafen die
südamerikanischen bunten Pferde auf die weißen Pferde der Camargue.
■
Die reitsportliche Veranstaltung, die im letzten Jahr unter dem Begriff
„Criollo trifft Camargue“ erstmals statt fand und großen Anklang bei
Reitern und Publikum gefunden hatte, wurde heuer nun zum zweiten Mal
durchgeführt. Erneut trafen die rassigen Pferde, die in ihren jeweiligen
Heimatländern als Arbeitspferde bei der Rinderarbeit eingesetzt werden,
aufeinander. Das Turnier wurde im Centre Equestre Traditionnel „Le
Camarguais“ (CET) von Hedi Sackenreuther und Jean Pierre Godest in
Horb-Nordstetten nach den Regeln der Camargue ausgetragen. Es
beinhaltete am Samstag und Sonntag jeweils einen Geländeparcours, den so
genannten Speed Trail - in der Camargue wird er als „Parcours de Pays“
bezeichnet - und den Stil Trail auf dem Reitplatz - in der Camargue
„Maniabilité“ genannt. Dieses Turnier zählt, obwohl noch recht neu,
neben den Camargue- und Working Equitation-Turnieren zu den
alljährlichen Höhepunkten im CET. Turniere dieser Art sind die einzigen
offiziellen Veranstaltungen außerhalb Südfrankreichs, die nach
französischen Richtlinien ausgetragen werden und durch Richter des
französischen Verbandes gerichtet werden“ sagt Jean Pierre Godest (58),
der als Grand Seigneur der südfranzösischen Arbeitsreitweise gilt,
stolz.
„Sattelt die
Hühner…“ Am Samstagvormittag
eröffnete die jugendliche Einsteigerklasse den Wettkampf im Gelände. Die
jüngste Teilnehmerin mit acht Jahren, war Chantal Gutermann aus Bad
Saulgau-Haid mit ihrem Pony Susi. Damit das auch klappte und das Risiko
für die kleine Turniereinsteigerin nicht zu groß war, wurde sie im
Geländeparcours von Papa Roland Gutermann begleitet, der dem kleinen
Reiterpaar immer ein paar Schritte vorauseilte. Beim Stil Trail übernahm
diesen Part dann Mama Conny. Nach der Einsteigerklasse waren die
fortgeschrittenen Reitersleute an der Reihe. Wieder gab es verschiedene
Sprünge, zu bewältigen, Tonnen mussten umrundet und Galoppstrecken
bewältigt werden. Zu den schwersten Hindernissen zählte offenkundig der
Wassergraben, wobei so manches Pferd seinem Reiter den Gehorsam
verweigerte. Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Hindernis, war der
Hühnerkäfig. Dabei handelte es sich um einen runden Hühnerkäfig, in
welchem sich Hühner befanden, umrandet von einem Halbkreis Strohballen.
Zwischen Hühnerkäfig und Strohballen mussten die Reiter den Halbkreis
durchqueren, wobei die Pferde da mit ihren Reitern nicht immer einig
waren, dies letztlich auch so machen, wie es von Ihnen verlangt wurde.
Während die Hühner, die üblicherweise frei auf dem Hof herum laufen, ihr
zeitlich kurz bemessenes Käfigdasein relativ gelassen nahmen, erschrak
so manches Pferd vor den „Ungetümen“ Hühner. So manch Reitersmann oder
-frau touchierte dann den Hühnerkäfig so unglücklich, dass dieser sich
öffnete und die Hühner für kurze Zeit in die Freiheit des Geländes
flohen und erst einmal wieder eingefangen werden mussten. Strafpunkte
für den Reiter bzw. die Reiterin waren die Folge. Spaßig gemeinte
Sprüche, wie „sattelt die Hühner...“ mussten die betroffenen
Reitersleute dann in Anbetracht der Situation schließlich auch noch über
sich ergehen lassen. Doch man nahm es mit Humor.
Im Anschluss an den Geländeparcours,
galt es für Einstieger und Fortgeschrittene beim Stil Trail auf dem
Reitplatz zu punkten. Im Gegensatz zum Speed Trail, bei dem es um Punkte
und Zeit geht, zählen beim Stil Trail nur die Punkte, die vom Reiter
innerhalb einer vorgegebenen Zeit gesammelt werden. Hierbei hat der
Reiter die freie Wahl, für welche Hindernisse er sich entscheidet.
Entscheidet man sich für die schweren Hindernisse, zu denen
beispielsweise das Ringstechen an einer Stierattrappe zählt, bekommt man
natürlich auch mehr Punkte angerechnet, als bei einem einfacheren
Hindernis. Maximal darf ein Hindernis im Verlaufe des Durchgangs aber
nur dreimal angeritten werden.
Blumensträuße
& Orangen Am Samstagabend
war Showtime angesagt. Die Showvorführung wurde mit der freilaufenden
Camarguepferdeherde des Centre Equestre Traditionnel eröffnet. Sabine
Burger vom HS-Corral in Mengen-Beuren und Anja Voigt von den Criollos im
Hegau in Gailingen am Hochrhein präsentierten in einem Pas de deux ihre
prächtigen Criollo-Zuchthengste, den lackschwarzen Negro Nostalgioso
und den bayo-overo-farben Calfiao Chingolo. Wie gelassen und nervenstark
die südamerikanischen Criollos sein können, das demonstrierte die
Hegauer Pferdezüchterin Anja Voigt deutlich sichtbar zusammen mit
Teampartnerin Anika Girgen, Hengst Calfiao Chingolo und Stute Sorpresa,
die ein Fohlen bei Fuß führte, in einer Vorführung mit bunten
Chiffontüchern, die wechselweise über, hinter und um die Pferde
schwebten. Das Fohlen beeindruckte dies recht wenig. Es hatte ja
schließlich auch den Geländeparcours sowie den Stil Trail problemlos mit
absolviert und somit gleich seine Eignung als künftiges Working
Equitation-Pferd ganz offensichtlich unter Beweis gestellt. Seitens der
Camarguais wurden die Zuschauer von den Akteuren der südfranzösischen
Reiterspiele auf Trab gehalten. Dabei galt es zum einen für Jean Pierre
Godest, Jürgen Fäth, Rainer Möldgen und Fabian Hellstern sich
gegenseitig auf ihren Camarguepferden einen Blumenstrauß ab zu jagen,
das Ganze im Galopp natürlich und einschließlich recht enger Wendungen.
Jean Pierre Godest ließ es sich dabei nicht nehmen, sogar einen auf dem
Boden liegenden Blumenstrauß vom galoppierenden Pferd aus aufzunehmen.
Zum anderen mussten die Camarguais beim „Jeux d’oranges“ jeweils drei
Damen in rasantem Galopp die Orangen, die diese in ihren erhobenen
Händen hielten, entreißen. Bekamen die Reiter die Orangen zu fassen,
warfen sie diese sogleich dem Publikum zu.
Des Gardians
Rinder Eröffnet wurde der
Sonntagvormittag mit der Rinderarbeit, der "Tri Chrono". Hierbei traten
Reiter vom Team Criollo gegen das Team Camargue an. Im letzten Jahr
siegte das Team der Criolloreiter gegen die Camarguais, die in diesem
Jahr die Führung im Wettkampf um die Arbeitsreitweise am Rind übernahmen
und schließlich siegreich aus dem Wettkampf hervor gingen. Die ersten
drei Plätze in der Einzelwertung der Rinderarbeit belegten die
Criollozüchter Jürg Rauber, Marthalen/Schweiz mit Platz 1 und Anja
Voigt, Gailingen am Hochrhein mit Platz 3. Jürgen Fäth aus Dettingen bei
Rottenburg belegte mit Camarguepferd Mithras den zweiten Platz. Vom
Camargue-Team belegten Rainer Möldgen Platz 4, Astrid Friedrichsen Platz
5 und Fabian Hellstern Platz 7. Cornelia Gutermann ritt auf den 6.
Platz und Sabine Burger auf Platz 8, beide Criollo-Reiterinnen.
Platzierungen Nach der spannungsreichen Rinderarbeit folgte
noch einmal der Parcours auf dem Reitplatz und im Gelände. Im Speed
Trail war Fabian Hellstern aus Horb mit Camarguepferd Ikar in der Klasse
der Fortgeschrittenen sehr schnell unterwegs. Er belegte in der
Einzelwertung dieser Disziplin Platz 1 vor Jürgen Fäth aus
Rottenburg-Dettingen, der seinen prächtigen Camarguewallach Mithras
ritt. Dritter im Bunde war Rainer Möldgen aus Pulheim mit Camarguepferd
Elliott. Claudia Dirlewanger ritt mit Lady Moonlight auf den 4. Platz. Die Schweizerin Leony Rauber und
Criollostute Garua belegten Platz 5. Anja Voigt von den „Criollos
im Hegau“ schaffte es mit Criollo-Zuchthengst Calfiao Chingolo auf den
6. Platz. Platz 7 belegte Yvonne Hellstern mit Camarguepferd Jason.
Platz 8 ging wieder an eine Schweizer Reiterin, an Anja Tober.
Tierärztin Eddi Berger ritt mit Criollo Fuxi auf Platz 9. Ihr folgte
Svenja Reiter mit Florita auf dem 10. Platz. Mit Camarguepferd Bambou du
Mas schaffte Astrid Friedrichsen es auf Platz 11. Den 12. Platz
erreichte Hanna Stürzebecher mit Juventas. Criollostute Sorpresa, ein
Fohlen bei Fuß, geritten von Anika Girgen, schaffte es auf Platz 13.
Sabine Burger vom „HS-Corral“ in Mengen-Beuren ritt auf den 14. Platz;
Margot Reck auf Platz 15, Roland Gutermann auf Platz 16, gefolgt von
seiner Frau Conny Gutermann mit Platz 17. Das Schlusslicht bildete Jutta
Niederreiter auf einem 18. Platz.
Weitere
Platzierungen Einzelwertungen Speed Trail - Einsteiger: 1. Julia Pieckert, 2. Milli Müller, 3. Jelena Rauber, 4. Silvia Schöller,
5. Chantal Gutermann und 6. Jaqueline Gutermann Stil Trail -
Fortgeschrittene: 1. Jürgen
Fäth, 2. Anja Voigt, 3. Eddi Berger, 4. Yvonne Hellstern und Conny
Gutermann, 6. Fabian Hellstern, 7. Sabine Burger, 8. Anika Girgen und
Hanna Stürzebecher, 10. Jutta Niederreiter, 11. Anja Tober, 12. Claudia
Dirlewanger, 13. Roland Gutermann, 14. Astrid Friedrichsen, 15. Rainer
Möldgen, 16. Leony Rauber, 17.
Margot Reck, 18. Svenja Reiter. Stil Trail - Einsteiger: 1. Silvia Schöller, 2. Milli Müller, 3. Jelena Rauber, 4. Julia Pieckert,
5. Madlen Hirn, 6. Lisa Hirn, 7. Chantal Gutermann, 8. Jacqueline
Gutermann.
Bei der
Endbewertung des Turniers wurden jeweils die besten Ergebnisse eines
jeden Teilnehmers pro Durchgang und Disziplin gewertet.
Gesamtsieger Einsteiger: 1. Milli Müller, Nordstetten; 2. Silvia
Schöller, Nordstetten und Julia Pieckert, Empfingen; 4. Jelena Rauber, Marthalen/Schweiz
und Chantal Gutermann, Bad Saulgau-Haid; 6. Jacqueline Gutermann, Bad
Saulgau-Haid. Gesamtsieger Fortgeschrittene: 1. Jürgen Fäth, Rottenburg-Dettingen; 2. Fabian Hellstern, Horb;
3. Anja Voigt, Gailingen am Hochrhein; 4. Yvonne Hellstern, Horb; 5.
Eddi Berger, Schmelz; 6. Claudia Dirlewanger, Riedlingen; 7. Rainer
Möldgen, Pulheim; 8. Anja Tober, Rorbas/Schweiz; 9. Hannah Stürzebecher,
Bildechingen; 10. Anika Girgen,
Gailingen am Hochrhein und Sabine Burger, Mengen-Beuren und Leonie
Rauber, Marthalen/Schweiz und Conny Gutermann, Bad Saulgau-Haid;
14. Astrid Friedrichsen, Reichenau; 15. Jutta Niederreiter, Aidlingen;
16. Roland Gutermann, Bad Saulgau-Haid; 17. Margot Reck, Mengen-Beuren;
18. Svenja Reiter, Eutingen im Gäu. |
|
Jelena
Rauber: Geländeritt


Jürg Rauber
beim der Rinderarbeit


Leonie Rauber
im Gelände



Fotos ©: Carola Lenski - www.carola-lenski.com
|
|